Flugzeuge

Flugzeuge an der TU Darmstadt

Der Einsatz von Flugzeugen für Forschungszwecke hat eine lange Tradition an der TU Darmstadt.

Im Jahr 1926 wurde Prof.Georgii als Leiter des Lehrstuhls für Flugmeteorologie an die TH Darmstadt berufen. Gleichzeitig wurde Prof. Georgii Direktor der Rhön-Rossitten-Gesellschaft kurz R.R.G

Die R.R.G war die offizielleTrainings- und Forschungsorganisation für den Segelflug in Deutschland. Ihr Sitz war Frankfurt, das Forschungs- und Trainingszentrum war auf der Wasserkuppe und die meteorologische Forschungsabteilung war in Darmstadt angesiedelt. Anfangs fand der Flugbetrieb auf dem Flugplatz auf der Lichtwiese statt. Ab 1930, nach Abzug der französischen Besatzung, wurde der Flugbetrieb auf den größeren Flugplatz nach Darmstadt Griesheim verlegt.

Das Institut von Prof. Georgii bekam von der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft ein Kleinflugzeug G.M.G mit 30 PS Motor zur Verfügung gestellt.

Am 30. April 1928 startete damit der Versuchsflieger Johannes Nehring und führte den ersten Thermikflug in der Ebene durch. Er flog eine Wolke am Rand des Flugplatzes an, stellte den Motor ab und hielt sich 10 bis 12 Minuten ohne Höhenverlust unter der Wolke.

Die spätere Auswertung des Barographen ergab eine Aufwindgeschwindigkeit von 4-5 m/s. Dies war ein deutlich größerer Aufwind als je bei den Hangflügen auf der Wasserkuppe gemessen wurden.

Prof. Georgii schrieb: Der Mittag des 30. April 1928 hat uns eine Sternstunde des Segelfluges beschert.

Auf dem Flugplatz in Griesheim wurde Flugbetrieb unter anderem von der R.R.G, der TH Darmstadt und der Akaflieg betrieben.

Mit der Machtergreifung der Nazis 1933 wurde die R.R.G erst in Deutsches Forschungsinstitut für Segelflug und dann in Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug, kurz D.F.S, umgewandelt.

Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde deren Flugbetrieb weitgehend nach Ainring in Bayern verlegt. Über den Flugbetrieb der THD in diesem Zeitraum ist weiteres nicht bekannt.

Mit Ende des Zweiten Weltkrieges war das Fliegen in Deutschland zunächst verboten.

Ab 1951 war erst Segelfliegen, dann Motorfliegen in Deutschland wieder erlaubt.

1964 wurde vom Fachgebiet Flugtechnik ein Segelflugzeug vom Typ KA 7 mit dem Kennzeichen D-4689 von der Fa. Alexander Schleicher gekauft. Das Flugzeug wurde zur Durchführung des Flugmechanischen Praktikums und zur Pilotenausbildung eingesetzt. Das Praktikum wurde Anfangs in Worms und später auf dem Flugplatz in Heppenheim durchgeführt. Dort war das Flugzeug auch stationiert.

KA 7 in der Halle in Heppenheim. Im Hintergrund Autobahnauffahrt im Bau
KA 7 in der Halle in Heppenheim. Im Hintergrund Autobahnauffahrt im Bau
KA 7 in Heppenheim. Im Vordergrund Bernhard Wagner
KA 7 in Heppenheim. Im Vordergrund Bernhard Wagner
RF 5 des Fachgebiets im Flug
RF 5 des Fachgebiets im Flug

Da die Durchführung des Praktikums auf einem Segelflugzeug sehr personalaufwendig war, wurde 1969 ein Motorsegler Typ RF 5 der Fa. Sportavia für das Praktikum angeschafft, der dann auch zur Ausbildung von Motorseglerpiloten eingesetzt wurde.

ASK 13 des Fachgebiets
ASK 13 des Fachgebiets

Im Jahr 1970 wurden bei einem Hallenbrand in Heppenheim die RF5 und die Ka7 durch das Feuer zerstört. Als Ersatz wurden eine ASK 13 und eine neue RF 5 beschafft.

Ab 1974 bekam die THD für die RF 5 eine Start- und Landegenehmigung von der US Army für den Flugplatz Griesheim. Eine Übernachtabstellung war jedoch nicht möglich. Die RF 5 mußte weiterhin am Abend zurück nach Heppenheim geflogen werden.

Aufgrund der günstigeren Randbedingungen wurde die RF5 Mitte der 80er Jahre in Egelsbach stationiert.

Die neue G 109b D-KDTH in Mainbullau
Die neue G 109b D-KDTH in Mainbullau

1986 wurde vom Fachgebiet Aerodynamik und Messtechnik ein neuer Motorsegler vom Typ Grob G109b gekauft. Da eine Stationierung in Griesheim nicht möglich war, wurde dieser in Mainbullau untergestellt.

Ab 1989 konnte dieser auch in Griesheim eingesetzt werden.

Im Mai 1989 wurde vom Fachgebiet Aerodynamik und Messtechnik ein zweiter Motorsegler vom Typ Grob G109b, die OY-XMG, gebraucht in Dänemark gekauft.Dieses Flugzeug wurde für das BMFT Forschungsvorhaben Laminarflügel umgebaut und wird seitdem mit einer VVZ als Forschungsflugzeug betrieben.

G 109b D-KDTH in Griesheim, im Hintergrund ein Black Hawk Hubschrauber
G 109b D-KDTH in Griesheim, im Hintergrund ein Black Hawk Hubschrauber
G 109b D-KDLA mit Messanbauten
G 109b D-KDLA mit Messanbauten
RF5
RF5

Die Dreiseitenansicht zeigt die umfangreichen Änderungen, die vom Fachgebiet zusammen mit der Fa. Streifeneder an dem Flugzeug durchgeführt wurden. Die Arbeiten erfolgten unter Aufsicht des Luftfahrtbundesamtes in Braunschweig. Nach der Abnahme durch die Behörde bekam das Flugzeug das deutsche Kennzeichen D-KDLA.

Folgende Modifikationen wurden durchgeführt:

  1. Anbringen eines abnehmbaren Handschuhes für die Unterbringung aerodynamischer Experimente.
  2. Anbringung von Außenlastbehältern zur Unterbringung der Elektronik
  3. Einbau einer schwingungsisolierten Plattform im Gepäckraum zur Unterbringung des Bordrechners
  4. Einbau eines Verbindungsrohrs zwischen Handschuh und Cockpit im Flügel
  5. Anbau eines Spießes zur Aufnahme der Umgebungsdaten

G 109b D-KDLA mit Messanbauten und Schleppsonde
G 109b D-KDLA mit Messanbauten und Schleppsonde

Seit 1990 wird das Flugmechanische Praktikum des Fachgebiets Flugmechanik und Regelungstechnik auf der G109b D-KDTH geflogen. Die nicht mehr benötigte RF5 wurde der Akaflieg zur Nutzung überlassen.

1992 hat die US Army den Flugplatz Griesheim aufgegeben. Die mittlerweile dort stationierten Flugzeuge mussten den Flugplatz verlassen. Der Flugbetrieb wurde für eine Übergangszeit nach Egelsbach und Mainbullau verlegt.

Ab 1994 konnte eine Vereinbarung mit der Bundesvermögensverwaltung getroffen werden, die der TUD die Nutzung des Flugplatzes in Griesheim für ihre Forschungsaktivitäten wieder erlaubte. Seitdem sind beide Flugzeuge auf dem August-Euler-Flugplatz stationiert.

G 109b D-KDLA mit neuem Motor
G 109b D-KDLA mit neuem Motor

Im März 2000 wurde in die Werkstatt der TUD eingebrochen und von einem professionell arbeitenden Team der Motor und die komplette Instrumentierung der D-KDLA entwendet.

Die Instandsetzung des Flugzeuges dauerte bis zum Frühjahr 2002. Es mussten die Mittel aufgebracht werden, um das Flugzeug neu auszurüsten. Ausserdem wurde entschieden ,anstatt des Original Grob-Motors, der eine Leistung von 90 PS hatte, den Limbach 2400 DTI Motor einzubauen. Dieser ist mit Turbolader, moderner Einspritzanlage und Motormanagement ausgerüstet und bietet mit 135 PS bei etwa gleichem Gewicht eine deutliche Leistungssteigerung.

Da die meisten Arbeiten des Umbaus in Eigenregie erledigt wurden, dauerte die Instandsetzung bis Frühjahr 2002.

Flugzeuge der TU Darmstadt heute
Flugzeuge der TU Darmstadt heute

Heute besteht die Flotte des Fachgebiets Strömungslehre und Aerodynamik aus drei Flugzeugen.

Die Grob G109b D-KDLA wird als Forschungsflugzeug betrieben. Es werden zur Zeit Messungen zur Untersuchung der Mikroturbulenz in Aufwinden durchgeführt. Außerdem führen wir im Rahmen der Vorlesung Aerodynamik Demonstrationsflüge für Studenten durch.

Die Grob G109b D-KDTH wird für das Flugmechanische Praktikum eingesetzt. Weiterhin führen wir Ausbildungsflüge und Pilotentraining mit diesem Flugzeug durch.

Die ASK 13 wird für Ausbildung und Pilotentraining eingesetzt.